Roses are stronger than barbed wire
Nachdem Denis Goldberg unlängst zu Besuch in Deutschland war, hier der Rückblick auf ein Kunstprojekt der sevengardens Akteurin Hanna Schulte, das auch diesem südafrikanischen Bürgerrechtler gewidmet war.
Anläßlich des 75. Geburtstages des südafrikanischen Bürgerrechtlers Denis Goldberg kreierte der Künstler Peter Reichenbach in Kooperation mit der Gesamtschule Essen Süd die Kunstaktion „roses are stronger than barbed wire“. Die Schüler stellten nach traditionellen Rezepten aus Rosen und Stacheldraht gemeinsam eine Kalligraphietinte her, die sie Denis Goldberg überreichten.
2009 entwickelte die Künstlerin Hanna Schulte die Kunstaktion ihres Mentors weiter: In Zusammenarbeit mit dem Ziegenmichel e.V., Träger der freien Jugendhilfe; sowie mit SchülerInnen verschiedener Religionen der Gesamtschule Gelsenkirchen-Ückendorf fand im Konzentrationslager Buchenwald, Weimar, das Kunstprojekt „Rosen sind stärker als Stacheldraht“ statt. Schon im Vorfeld wurden die SchülerInnen, neben der Einführung in die natürliche Farbherstellung, durch Gespräche mit der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen auf die Gedenkstättenfahrt intensiv vorbereitet.
Vor Ort erhielten die SchülerInnen eine Führung durch das Konzentrationslager Buchenwald und teilten ihre Eindrücke, Gefühle und Gedanken in der Gruppe. Jeder Jugendliche verarbeitete das Gesehene mit der kreativen Umsetzung eines Kunstwerks: Mit südafrikanischen, koscheren Farben wurden Bodenabdrucke auf dem Gelände des Konzentrationslagers genommen, um die eigenen Erlebnisse auszudrücken. Die individuellen, natürlichen Kunstwerke symbolisieren das überdauernde Leben und stehen für die ewige Mahnung an die Geschichte des Nationalsozialismus.
Gemeinsame Ausstellungen erfolgten unter Anderem in der Neuen Synagoge Gelsenkirchen, bei denen viele verschiedene Nationen und Religionen zusammen kamen. In ergreifenden Reden erläuterten die SchülerInnen den Besuchern der Ausstellung und ihren Familien die gewonnenen Eindrücke der Gedenkstättenfahrt, sowie die Symbolik ihrer eigenen Kunstwerke. Durch den interkulturellen Austausch dient dieses Kunstprojekt als starker Impuls für die jüdisch-muslimische Zusammenarbeit.

